Niemand lasse den Mut sinken!

13. M├Ąrz 2024 von J├Ârg Gintrowski

Joerg Gintrowski PortraitMit diesen Worten ermutigt David das Volk Israel, als sie in gro├čer Bedr├Ąngnis sind┬á(1. Samuel 17,32). Wenn die ├Ąu├čeren Umst├Ąnde frustrierend sind, liegt es nahe, den Kopf h├Ąngen zu lassen. Nicht nur der ├Âffentliche Eindruck von Kirche ist besch├Ądigt, auch innen stehen die Zeichen auf Stellenabbau und R├╝ckgang. Aber wir sollen den Mut nicht sinken lassen!

Dazu gibt es in unserem Bekenntnis, der Augsburger Konfession eine Stelle (Gesangbuch S. 1567), wo der bemerkenswerte Satz steht, "dass eine heilige christliche Kirche allezeit bleiben wird!" Woher hatten die Reformatoren so eine Zuversicht?

Sie hat ihren Grund darin, dass es letztlich nicht Menschen sind, die die Kirche erhalten, sondern Christus selber. Er sagt: "Ich werde meine Kirche bauen und die Pforten der H├Âlle werden sie nicht ├╝berw├Ąltigen!" (Matth├Ąus 16)

Gott ist dabei, seine Kirche in Deutschland massiv umzubauen: Weg von einer Beh├Ârden- und Versorgungskirche, hin zu einer Kirche der Initiativen und Aufbr├╝che, die aus Liebe zu Jesus und den Menschen geschehen.

Tats├Ąchlich gibt es ├╝berall Zeichen zu entdecken, wo Gott Neues wachsen l├Ąsst: Ich fand es sehr stark, dass im letzten Sommer die Pfingstgemeinde in Jena Nord monatlich einen ihrer Gottesdienste ins Paradies ┬áverlegt hat, um Menschen einzuladen, die zuf├Ąllig vorbeikommen. Die Open-Air-Gottesdienste auf dem Friedensberg, die Nina Speer und Johannes Bilz gestartet haben, finden gro├čartiges Echo.

Mit Freude h├Âre ich, dass bei der Familienkirche in Jena Nord und in Winzerla junge Eltern Verantwortung ├╝bernehmen, die bisher nicht in der Kirche aufgetaucht sind. Wie aus dem Nichts ist durch die Initiative eines Einzelnen in Wenigenjena eine Pfadfinderarbeit aufgebl├╝ht, die mehr Zulauf an Kindern hat als sie verkraften kann.

Eine gemeinde├╝bergreifende Gebetsbewegung geht durch unsere Stadt, die inzwischen sogar von einem eigenen Gebetshaus tr├Ąumt. Die Friedensgebete am Montag werden wesentlich von ihnen mitgetragen.

Immer wieder sind es einzelne Menschen, die Gott erweckt und begeistert, sein Reich zu bauen. So staune ich ├╝ber Georg Elsner und Gerhard Jahreis, die unerm├╝dlich die kirchlichen Strukturen am Leben erhalten. Ich bin begeistert von Leuten wie Hannah, die sich mit 19 Jahren meldet, um die Aufwindgottesdienste zu moderieren oder von Tabea, die, kaum ist sie nach Jena gezogen, sonntags in der Band mitsingt. Neulich war ich noch sp├Ąt im Lutherhaus und dachte schon ich sei der letzte, als mir Paul und Wolfgang begegnet sind, die die LAN-Kabel im Haus erneuert haben.

Es ist wie mit Winterlingen im Fr├╝hling: Unerwartet bl├╝ht pl├Âtzlich irgendetwas auf und du musst aufpassen, dass du es nicht ├╝bersiehst oder darauf trittst. Gott baut sein Reich unter uns, niemand lasse den Mut sinken!