Kirchturm

Der imposante, quadratisch ausgeführte Kirchturm ist das herausragende Wahrzeichen der Kirche (Abb. rechts). Nach O. Mühlmann ist der Turm das zuletzt vollendete Bauwerk an der Kirche. Mit einer Mauerstärke von bis zu 1,5 m und den nach Westen und Süden eingelassenen Lichtschlitzen hat er einige Merkmale, die man bei mittelalterlichen Schutzkirchen findet. Nur das Erdgeschoss hat einen noch heute erhaltenen Zugang durch eine gotische Pforte vom südlichen Seitenschiff. Die Decke dieses Raumes bildet ein Kreuzgewölbe. Lichtschlitze in der südlichen und westlichen Wand erhellen den Raum.
Aus den historischen Quellen ist zu entnehmen, dass bereits 1448 eine Glocke zur »Ehr Mariam« in der Kirche vorhanden war. Im 15. Jahrhundert besaß die Kirche drei bronzene Glocken. Aus den Inschriften war zu ersehen, dass sie 1809 in Apolda umgeschmolzen wurden. 1917 musste die Gemeinde die drei vorhandenen bronzenen Glocken in Folge der Forderungen des Ersten Weltkrieges abgeben. Sie wurden für Kriegszwecke eingeschmolzen. Eine neue Stahlglocke (Abb. unten links) erklang zum ersten Mal 1938. Ihre Weihung im Rahmen der Eisernen Hochzeit von Lisa und Hermann Wittich ist urkundlich belegt.
1913 wurde die noch heute funktionierende Turmuhr eingebaut. Seit dem II. Weltkrieg dient zusätzlich eine Eisenschiene als Schlagwerk der Turmuhr.
Getrennt vom Aufgang zum Glockenturm, der ursprünglich nur über eine Leiter im Langhaus möglich war, befindet sich ein eingewölbter Raum (Abb. unten Mitte), über dessen frühere Funktion heute nur Spekulationen bekannt sind. Seit dem 17. Jahrhundert ist der Turm mit einem überdachten Holzsteg mit der Winterkirche (Abb. unten rechts) verbunden. Im Zuge der Sanierung schaffte sich hier die Junge Gemeinde in den 90er Jahren einen silvollen Gemeinderaum.


