Kanzelaltar

Seit einiger Zeit gibt es Bemühungen und manch kontroverse Diskussion um eine mögliche Instandsetzung und Wiederaufstellung des Kanzelaltars in der Marienkirche Ziegenhain. Er verkörpert einen seltenen Typus eines Kanzelalters, dessen erster Vetreter einst in der Schlosskirche zu Weimar gestanden hatte, dort aber einem Brand zum Opfer gefallen war. Der Ziegenhainer Altaraufsatz war infolge der Renovierungsarbeiten in der Marienkirche Anfang der 90er Jahre entfernt und wegen seines schlechten Zustandes nach Irrwegen im kirchlichen Kunstgut in Apolda eingelagert worden. Der nun helle und mehr mittelalterlich anmutende Anblick des Chorraumes erfreute die Gemeinde. Anlässlich der begonnenen Lutherdekade besteht allerdings nun Hoffnung, dass wegen eines am Kanzelkorb vorkommenden Luthermedaillons Zuschüsse zur Restaurierung möglich sein könnten. Ein sich aus diesem Anlass in Ziegenhain konstituiert habender Freundeskreis Marienkirche macht sich nun für die Rückkehr stark.
Eigentümer der Kirche ist heute allerdings die Gesamtkirchengemeinde Jena. Diese muss für das Projekt erst gewonnen werden. Nach zahlreichen Besichtigungen und Gesprächen wurden nun vier Restauratoren vom Stadtkirchenamt angefragt und Kostenvoranschläge erbeten. Die Berücksichtigung finanzieller Gegebenheiten trägt wesentlich zur Entscheidungsfindung bei, da auch andere Aufgaben in der Marienkirche anstehen. So bedarf das Dach einer grundlegenden Sanierung, die Reste des ehemaligen Flügelaltars müssen gesichert werden, auch harrt das historisch interessante Wandbild seiner weiteren Restaurierung.