Nachlese zu 750 Jahre Ziegenhain
Und wieder grüßt die Linde
Bis 2003 begrüßte eine mächtige Linde an der Kirchentreppe der Marienkirche die Besucher und Wanderer. Vom Alter gezeichnet, musste sie entfernt werden, und nur ihr Stumpf gab
einen schwachen Eindruck von dem einst so stattlichen Baum. Mit der Linde als „Friedensbaum“ und als „Baum Marias“ sind
viele Traditionen verbunden, die auch in unserer Zeit ihre Bedeutung nicht verloren haben. Die Feier zur 750-jährigen urkundlichen Erwähnung des Ortes Ziegenhain war für die Kirchgemeinde ein willkommener Anlass, die an der Kirchtreppe bestehende Lücke wieder mit einer Linde zu bepflanzen.
Zum Auftakt der Festwoche hatten sich am Nachmittag des 26. Aprils in der Marienkirche zahlreiche Einwohner und Gäste zu einem Ökumenischen Gottesdienst versammelt. Gemeinsam mit Superintendent Diethard Kamm, Monsignore Karl-Heinz Ducke und dem kurzfristig eingesprungenen Lektor Dr. Günter Weißenburger, sowie in Anwesenheit unseres erkrankten Pfr. Andreas Möller und der ehemaligen Pfarrer von Ziegenhain, Pfr. Ernst Büttner und Pfr. Dr. Albrecht Schröter, wurde das Gotteshaus wieder eine Stätte des Gebets, der Besinnung und Begegnung.
Nach dem Gottesdienst wurden die Teilnehmer vom Posaunenchor der Landeskirchlichen Gemeinschaft zu der festlichen Pflanzung der neuen Linde begrüßt. Begleitet von einem bunten musikalischen Programm der Kinder, konnte nach der Vorbereitung durch den Gartenbaubetrieb Boock der junge Baum gesetzt werden. Mögen die besonnenen und ernsten Segensworte von Pfr. Ducke für die Menschen in Ziegenhain lebendig bleiben.
Im Verlauf der Festwoche war die Marienkirche für die Bewohner und ihre Gäste nicht nur bei den zahlreichen Veranstaltungen in und um die Kirche ein Ort der Ruhe und Besinnung. In der Kirche fanden ein Klarinettenkonzert (siehe Bild) und das Chorkonzert des „Singekreis Ziegenhain“ vor einer großen Schar Besucher eine sehr positive Resonanz. Ebenso wurden im Ruinenteil der Kirche das mittelalterliche Treiben der Fuchstürmler und der musikalische Abschlussgottesdienst mit viel Beifall angenommen.
Überraschend groß war auch das Interesse an der Geschichte der Kirche, was während der drei Führungen und der Nachfrage nach einer Dokumentation „Die Marienkirche zu Ziegenhain bei Jena“ spürbar wurde.
Zu einem besonderen Erlebnis wurde die nächtliche Beleuchtung des Dorfes, bei der man die Marienkirche in einem unvergesslichen Bild erleben konnte. Am Sonntag, 3. Mai, fand im Rahmen des Projektes „Musikschulen öffnen Kirchen“ eine musikalische Pilgerwanderung mit der Musik- und Kunstschule statt. Mit dem Abschlussgottesdienst, der von der Big Band gestaltet wurde, fand die Festwoche einen stimmungsvollen
und würdigen Abschluss.
Renate Heide