Mitarbeiter-Freizeit
Donnerstag, 7. Mai 2009
Unter dem Motto »Leben teilen – live« ein Wochenende im Kloster Volkenroda erlebt

Die Mitarbeiter-Freizeit unter dem Thema »Leben teilen – live« ist vorbei. Knapp 30 Freunde und Mitarbeiter des Lutherhauses hatten sich angemeldet und waren vom 15. bis 17. Mai 2009 im Kloster Volkenroda dabei. Hier finden Sie einige Bilder.
Unser Pfarrer Jörg Gintrowski schrieb darüber hinterher an alle Mitarbeiter:
Liebe Geschwister,
auf unserer Rüstzeit in Volkenroda ging es um die inneren und äußeren Baustellen unserer Gemeinde. Am Anfang stand die Beobachtung, daß viele unter uns an den Grenzen ihrer Kraft sind und es neu darum gehen muß, den Akzent auf »Leben teilen« zu legen, nicht nur auf »Arbeit teilen«. Darum hatten wir viel Zeit zum Austausch und zur Entspannung an diesem guten geistlichen Ort. Hinterher im Auto meinte Elke, das sei eine der besten Mitarbeiterrüsten gewesen. Das habe ich auch so erlebt.
Wir haben uns der Frage gestellt, wie wir in Zukunft fröhlich und anziehend Gemeinde sein können, ohne daß die Aufgaben uns schaffen, statt daß wir sie mit Freude tun. Dieses Wort: »Dient dem Herrn mit Freuden!« war es, das mir Gott in diesen Tagen immer wieder wie einen Refrain in den Sinn gab. Es ist, wie manche wissen, zur Zeit auch mein persönliches Thema.
Wie kommen wir dahin?
Albrecht Schödl legte uns den Psalm 127 aus: Warten auf das was Gott tut – nicht in der eigenen Geschäftigkeit versinken. In seiner Predigt hat er das vertieft: wir können geführte, nicht getriebene Menschen sein; Gott will uns die Vogel- nicht die Froschperspektive schenken, damit wir mit Ihm über den Dingen stehen, statt uns von ihnen beherrschen zu lassen. Kämpfen und Beten gehört zusammen. Wer nur kämpft geht im Getümmel unter.
Martina Meißner hat uns daraufhin nochmal an die zentrale Rolle des Gebets erinnert- gerade in der Umbruchsituation der Gemeinde.
Andreas Möller hat eine Erweiterung unseres Dienst- Verständnisses vorgenommen, die ich auch wichtig finde:
Dienst für Gott ist nicht nur das, was wir unmittelbar in der Gemeinde tun. Er sagte sinngemäß: »Jutta wird bald dem Reich Gottes auch damit dienen, daß sie für ihr Kind da ist.« Außerdem erinnerte uns Andreas an das, was im Zentrum unserer Begabung und Berufung steht- anderes müssen wir vielleicht sein lassen. Es geht um ein ausbalanciertes Leben, in dem alle Bereiche zu ihrem Recht kommen(sehr gut zu lesen ist dazu: Gordon McDonald). In manchen Lebenssituationen ist es eine Überforderung neben einem Hauskreis auch noch einer Dienstgruppe anzugehören. Dann ist es gut, wenn man Gemeinschaft und Dienst in einer Gruppe verbinden kann.
Ralf Lobenstein gebrauchte oft das Bild von einem Fluss: bei den Diensten, die wir übernommen haben, sollen wir uns angewöhnen, neue Mitarbeiter mit hinein zu nehmen, sie kontinuierlich ins Mitmachen einzubeziehen – dann wird die Arbeit auf viele Schultern verteilt und für niemanden zu schwer.
Ich erinnere mich daran, daß wir im Gabenseminar das Gleichnis von den anvertrauten Talenten behandeln- die Botschaft ist: »Gott erwartet, daß Du Deine Gaben einsetzt!« Komplementär dazu müssen wir aber auch das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg lesen: »Egal, wie viel Du gerade beitragen kannst, Du bist ein geliebtes Kind Gottes!«
Ich denke, es geht nicht nur darum, wie jeder persönlich seine Lebensbereiche organisiert, auch nicht darum, wie wir Gemeinde äußerlich strukturieren. Es geht um die »Familienatmosphäre«: Dass es bei uns in der Gemeinde einfach Freude macht, einfach da zu sein; dass wir uns nicht nur treffen um eine Aufgabe zu bearbeiten; dass wir es genießen, mit Jesus und miteinander zusammen zu sein. Es geht um unser Sein viel mehr als um unser Tun. Wenn unser Sein die Freude und Liebe Jesu ausdrückt, wird die Lust, Gott zu suchen und ihm zu dienen ganz nebenbei entstehen.
Ich möchte gerne mit Euch neu buchstabieren, wie wir in seiner Freude, seiner Kraft und seinem Frieden bleiben!
Euer Jörg